Entwicklung der Spezialisierung im europäischen Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit und ihre Auswirkung auf die Arbeitsbegriffsbestimmung

León, Enrique Ponce de


Der Autor beansprucht, von einem anderen als dem in Westeuropa entstandenen neuzeitlichen Menschen- und Geschichtsbild auszugehen, wobei die Begründung des eigenen zugleich die kritische Untersuchung des neuzeitlichen Menschenbilds einschließt. Grundkategorien wie Arbeit, Arbeitsteilung, Wert und die nationalökonomische Ableitung der sozialen Klassen, auf denen das sozialphilosophische und wirtschaftswissenschaftliche Geschichtsbild beruht, werden in ihrer wechselseitigen Bedingtheit untersucht, wobei die ideologische Funktionalisierung des Arbeitsbegriffes hervorgehoben wird, welcher seiner Unklarheit und Widersprüchlichkeit zum Trotz, eine immer bedeutendere Rolle sowohl in der liberalen als auch marxistischen Theorie eingenommen hat. Nachdem die Ableitung der sozialen Klassen in Abgrenzung von der nationalökonomischen erfolgt, stellt der Autor seinen eigenen aus dem Klassenkampf abgeleiteten Hegemoniebegriff dar. Der letzte Teil der Untersuchung ist dem Versuch gewidmet zu beweisen, daß die ideologische Funktionalisierung des Arbeitsbegriffes, die anhand der Lehre Adam Smiths exemplarisch aufgezeigt wird, gerade die Unklarheit dieses Begriffes zur Folge hat.

Enrique Ponce de León, geboren 1945 in Lima, war, nach dem Besuch der Grund- und Oberschule, bis Februar 1970 hauptsächlich als Büroangestellter und Handelsvertreter in seiner Geburtsstadt tätig. 1970 übersiedelte er in das ehemalige West-Berlin, wo er zuerst Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin studierte. Nach einem neunmonatigen Aufenthalt in Lima (1980-81), wo er an der privaten "Universidad de Lima" lehrte, kehrte er 1981 nach Berlin zurück, um an seiner Dissertation zu arbeiten, die er 1989 abschloß.


Inhalt:

Erster einleitender Teil: Arbeitsbegriff und Geschichtsauffassung
  1. Die Unmöglichkeit einer begrifflichen Bestimmung der "Arbeit" und ihr Ursprung
  2. Die Notwendigkeit, die Entwicklung des europäischen Arbeitsbegriffes im Rahmen einer neuen Geschichtsinterpretation zu erläutern
  3. Ab- oder Aufwertung menschlicher Tätigkeiten in der griechischen Antike
  4. Die Entstehung einer spezialisierten Klasse von Ideologen am Ausgang des römischen Reichs. Ihre Einstellung zu anderen spezialisierten Tätigkeiten bzw. zu ihren Ausführern
  5. Die Krise der römischen Militärklasse und der Beginn des europäischen Mittelalters. Die katholische Kirche und die Entwicklung zum Feudalismus
  6. Die Beziehung zwischen den spezialisierten Ideologen (religiöser Klasse) und den Fraktionen der spezialisierten Militärklasse im Hochmittelalter
  7. Historischer Entwicklungsstand der gesamtgesellschaftlichen Spezialisierung im europäischen Mittelalter. Belebung spezialisierter Arbeitstätigkeiten (Italien und Frankreich)
  8. Einstellung der Scholastik (Thomas von Aquin) zur "Arbeit"
  9. Spaltung der religiösen Klasse am Ausgang des Hochmittelalters. Entstehung einer neuen von der religiösen Klasse sich absetzenden Fraktion von Ideologen
  10. Bemerkungen zu einigen Besonderheiten der menschlichen Spezialisierung
  11. Über die hypothetische historische Fraktionierung der Klasse spezialisierter Ideologen
Zweiter Teil: Veränderungen im Gefüge der regionalen und internationalen Spezialisierung und des entsprechenden Verhältnisses zwischen den bedeutendsten spezialisierten Klassen im hochmittelalterlichen Westeuropa und die hieraus resultierenden Folgen für die Ideologieproduktion

Dritter Teil: Der Kampf gegen den religiösen und absolutistischen Autoritarismus und um die Aufwertung produktiver Tätigkeiten als Mittel der Konsolidierung der unabhängigen Fraktion spezialisierter Ideologen
  1. Die zwei unverzichtbaren Postulate der religiösen Klasse: das erste von der engen Verbundenheit zwischen Ethik und Religion; das zweite von der Existenz eines Sozialtriebes in der menschlichen Natur
  2. Spaltung der unabhängigen Fraktion von Ideologen in eine "radikale" und eine "gemäßigte" Richtung. Hobbes und Grotius als Repräsentanten je einer Richtung
  3. John Locke als gemäßigter zur zweiten Generation unabhängiger Ideologen gehörender Theoretiker
  4. Die weitere Entwicklung bei der Konsolidierung der unabhängigen Fraktion von Ideologen nach Locke am Beispiel einzelner Theoretiker (A.E. Shaftesbury, D. Hume)
Vierter Teil: Abschluß der ersten Phase im Konsolidierungsprozess der unabhängigen Fraktion von Ideologen. Verhältnis zwischen deren radikaler und deren gemäßigter Richtung. David Hume und Adam Smith als Repräsentanten je einer Richtung
  1. Adam Smiths Lehre vom Staat und seinen Aufgaben
  2. Smiths Argumente gegen die Begründung der Moral auf den Nutzen
  3. Pettys Auffassung vom "Wert" und "Produktion"
  4. Adam Smiths Einschränkung der Arbeitswerttheorie
  5. Unzureichende Erfassung spezialisierter menschlicher Tätigkeiten seitens Adam Smiths mit Hilfe seiner Kategorien: Arbeitslohn, Kapital (Kapitalgewinn) und Bodenrente
  6. Der Begriff von "produktiver" bzw. "unproduktiver" Arbeit im Kontext der von Adam Smith verfolgten ideologischen Zielsetzung
  7. Abschließende Bemerkungen zur Smithschen Lehre
Literaturverzeichnis



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