Die magische Welt der Andenländer und ihr Konflikt mit dem abendländischen Denken

Eine Auseinandersetzung mit dem Einfluß der abendländischen Zivilisation auf die Dritte Welt und ihr Einfluß auf die kulturelle Identität einheimischer Völker

Ingrid Classen-Bauer

(Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung / Ethnomedicine and the Study of Consciousness)


Das vorliegende Buch ist das Ergebnis langjähriger Forschungen und enger Zusammenarbeit mit den andinen Eingeborenen Boliviens. Ausgangspunkt ist die erschreckend hohe Kindersterblichkeit, die vorwiegend durch Hunger und Unterernährung verursacht wird. These dieser Untersuchung ist, daß nur durch eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung, einer Eindämmung der Sterblichkeitsrate sowie einer Bekämpfung des Analphabetismus die hohe Geburtenquote gesenkt und das Wirtschaftswachstum der Bevölkerung gefördert werden können. Dabei ist es unabdingbar, die traditionellen Medizinverfahren der Callawaya in ein Konzept des "Primary health care" und der "self-reliance" mit einzubeziehen. Zentraler Teil dieser Arbeit ist die Untersuchung der Mythen, Kulte und Rituale der Hochlandindianer, die ausgehend von einer Hochkultur zu einer kolonisierten und marginalisierten Existenzform zurückgedrängt wurden, bei der indianischen Bevölkerung aber immer noch lebendig sind. Das zeigt die empirische Untersuchung der Bevölkerung in den Stadtrandgebieten von La Paz, die eine Wahlmöglichkeit hat zwischen europäischer und indianischer Medizin, letztere aber nie vernachlässigt. Die Notwendigkeit, traditionelle Denkweisen in ein Konzept der primären Gesundheitsfürsorge zu integrieren, wird durch das Spannungsverhältnis der beiden Medizintraditionen und der ihnen zugrundeliegenden Menschenbilder evident; nur so lassen sich die Kulturkonflikte und ihre oftmals tödlichen Folgen mildern.


Inhalt:

  1. Problemstellung
    1. Morbidität und Mortalität von Kleinkindern im internationalen Vergleich
    2. Ziel der Untersuchung
    3. Methoden der Untersuchung
      1. Forschungsinteresse
      2. Ablauf der Untersuchung
      3. Angewandte Methoden
    4. Theoretischer Bezugsrahmen Der Zusammenhang von Menschenbild und Medizin
  2. Zur Notwendigkeit einer Ernährungs- und Gesundheitserziehung im Rahmen des Konzepts der life-long-education
    1. Morbidität und Mortalität der bolivianischen Bevölkerung in ihrem Zusammenhang mit klimatischen Bedingungen und mit soziokulturellen Variablen wie Bildung und Sprache
    2. Interdependenzen zwischen Gesundheits- und Ernährungszustand
      1. Interdepenzenz von Mangelernährung und Infektionskrankheiten
      2. Mangelernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit und ihre Folgen für Mutter und Kind
      3. Auswirkungen von Mangelernährung auf die körperliche und intellektuelle Entwicklung der Kinder
    3. Auswirkungen des schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustandes auf die Bildungssituation der Kinder und Jugendlichen
      1. Die Schülerfluktuation im bolivianischen Schulwesen
      2. Die Auswirkungen von Unterernährung und schlechtem Gesundheitszustand auf die Schulleistung
    4. Zusammenfassung
  3. Der historische und kulturelle Hintergrund des Problems
    1. Geschichte der Aymarás und Quechuas
      1. Die Tiahuanacu-Kultur
      2. Das Imperium der Inka
      3. Das spanische Kolonialreich und das Schicksal der Indianer dieser Epoche
        1. Formen der Arbeitspflicht: die Indianersklaverei, die Encomiende und die Mita
        2. Potosi: die Schatzkammer der Welt
      4. Innere und äußere Abhängigkeitsstrukturen in der republikanischen Zeit und die Arbeitsbedingungen der Indianer
        1. Das Latifundiensystem und die anhaltende Unterdrückung der indianischen Bevölkerung
        2. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von den Zinnexporten und die Lebensbedingungen auf den Minen
      5. Marginalität: Das Problem der Gegenwart
        1. Erscheinungsformen der Marginalität
        2. Theorien zur Erklärung der Ursachen von Marginalität
      6. Zusammenfassung
    2. Religion, Riten und Glaubensvorstellungen der Aymará und Quechua-Indianer
      1. Wiracocha, der Schöpfer der Welt. Kulturheroen, Schöpfungsmythen
      2. Achachilas, Machulas, Huacas und Khanopas. Der Ahnenkult
      3. Götter des Bösen und Götter des Guten: Der Sopaya, der Anchanchu und die Pachamama
      4. Medizin und Religion
      5. Heidnische und christliche Elemente in den Glaubensvorstellungen der "Colla"
      6. Zusammenfassung
    3. Medizinische Kenntnisse und Heilpraktiken bei den Colla
      1. Das Menschenbild: Verständnis von Seele, Krankheit und Tod
        1. Die Seele
        2. Krankheit
        3. Tod
        4. Begräbnisrituale
      2. Zum Wesen der magischen Medizin
        1. Die Fremdkörpertheorie und das Verständnis vom Seelenraub
        2. Kosmische Einflüsse auf das kollektive Unbewußte
        3. Glaubensvorstellungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und früher Kindheit
      3. Krankheit und Heilung bei den Inkas
      4. Die Überlieferung medizinischer Kenntnisse auf die heutigen Aymará und Quechua-Indianer: Die Collahuayas und die Hexer
      5. Die Diagnose
      6. Die Therapie
        1. Der mineralische Bereich
        2. Der pflanzliche Bereich
        3. Der tierische Bereich
        4. Die magischen Rituale
        5. Heilattribute: Fetische, Amulette, Talismane und Masken
      7. Zusammenfassung
  4. Zur empirischen Untersuchung über den Fortbestand traditioneller Glaubensvorstellungen bei der margialen Bevölkerung in La Paz
    1. Demographische Angaben zur befragten Population
    2. Charakteristika der befragten Bevölkerung
      1. Familienstand
      2. Familienstruktur
      3. Familieneinkommen
      4. Wohnverhältnisse
      5. Sprache
      6. Bildungsniveau
      7. Zusammenfassung der Ergebnisse
    3. Morbidität der Mütter
      1. Zahl der Kinder
      2. Schwangerschaftsverlauf
      3. Entbindung und Wochenbett
        1. Entbindung
        2. Wochenbett
      4. Befund und Versorgung des Neugeborenen
        1. Befund des Neugeborenen
        2. Versorgung des Neugeborenen
        3. Stillgepflogenheiten
      5. Fehl- und Totgeburten
        1. Fehlgeburten
        2. Totgeburten
      6. Zusammenfassung der Ergebnisse
    4. Morbidität und Mortalität der Kinder
      1. Kinderkrankheiten
      2. Behandlung von Kinderkrankheiten
        1. Darm- und Magenerkrankungen
        2. Erkrankungen der Atemwege
        3. Behandlung von Infektionskrankheiten
        4. Krankheiten der Seele
        5. Präventivmaßnahmen
      3. Mortalität im frühkindlichen Alter
      4. Zusammenfassung
    5. Fallstudien
      1. Der Fall von Celestina L. aus Limachi
      2. Der Fall von Isabel V. aus Santiago de Machaca
      3. Der Fall Manuela aus Warka Marka
      4. Der Fall Feliza aus Warka Marka
      5. Der Fall Maria aus Sucre
      6. Der Fall Emiliana aus Coro-Coro
      7. Der Fall Matha S. aus Copacabana
      8. Der Fall Mercedes aus Puerto Acosta
      9. Der Fall Graciella C. aus Coro-Coro
      10. Der Fall Anamaria aus Escana
      11. Dona Benita aus Achuma
      12. Dona Julia aus La Paz
  5. Aufbau eines Gesundheitssystems nach dem Konzept des primary health care und die Rolle der Erziehung im Kampf gegen Unterernährung und Krankheit
    1. Die unterschiedlichen Auffassungen von Gesundheit, Krankheit und Tod in beiden Kulturen
    2. Das Konzept der primären Gesundheitsvorsorge als Grundlage eines Gesundheitsfürsorgesystems
    3. Die Revolution für das Überleben und die Entwicklung der Kinder
      1. Wachstumskontrolle (Growth)
      2. Orale Rehydrationstherapie (Oral Rehydration Therapy ORT)
      3. Stillen (Breast Feeding)
      4. Impfungen (Immunisation)
    4. Aufgaben der Gesundheitspolitik
      1. Wasserversorgung
      2. Zusatzernährung
      3. Vorbeugung gegen Eisen-, Jod- und Vitamin-A-Mangel
      4. Familienplanung und Verhütung illegaler Abtreibungen
      5. Integration der traditionellen Medizin in das Konzept der Primären Gesundheitsfürsorge
    5. Die Rolle der Erziehung im Kampf gegen Unterernährung und Krankheit
      1. Bildungsprogramme für Frauen
      2. Bildungsprogramme für Kinder
      3. Bildungsprogramme für Gesundheitshelfer und traditionelle Hebammen
      4. Bildungsprogramme für das Gesundheitsteam
  6. Zusammenfassung der Ergebnisse
  7. Anhang
Anmerkungen
Bibliographie


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