Materialien zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten

Hg.: Robert Bosch Stiftung (zur Förderung des Zusammenlebens von Deutschen und Ausländern)


Die drei Bände sind die neu überarbeitete Fassung der 1980 von Pfriem/Vink zusammengestellten und inzwischen vergriffenen "Materialien zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten". Sie zeigen, daß seither eine Fülle theoretischer Überlegungungen zu Grundlagen und Perspektiven interkultureller Erziehung, praktischer Ansätze, didaktischer Materialien, Medien und Arbeitshilfen entwickelt worden sind. Mit den drei Bänden wird versucht, für Erzieherinnen im Kindergarten, für Fachberater, Kindergartenträger und für Erzieherausbildungsstätten eine Art Nachschlagewerk zur Orientierung in der großen Zahl an Veröffentlichungen und Hilfen für die Praxis zu geben sowie vergriffene und schwer zugängliche Materialien zu dokumentieren. Einen breiten Raum nehmen die Materialien ein, die in den drei Projekten Berlin, München und Stuttgart des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Programms "Deutsche und Ausländer im Stadtteil - Integration durch den Kindergarten" erarbeitet wurden.

Band 1-3 komplett:


Band 3: Zweisprachigkeit
l1989   l148 Seiten   ldiv. Abb.   lDIN A4   ldt.   lISBN 3-927408-16-6  
VERGRIFFEN / OUT OF PRINT

Band 2: Eltern, Stadtteil, Fortbildung, Heimatländer
l1989   l267 Seiten   lzahlr. Abb.   lDIN A4   ldt.   lISBN 3-927408-15-8  
VERGRIFFEN / OUT OF PRINT

Band 1: Kinder
l1988   l280 Seiten   lzahlr. Abb.   lDIN A4   ldt.   lISBN 3-88548-757-8  
VERGRIFFEN / OUT OF PRINT


Band 1 (Materialien zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten):

Kinder

Jakubeit, Gudrun


Interkulturelle Erziehung richtet sich an deutsche und ausländische Kinder. Nicht eine didaktische Einheit über ein Herkunftsland oder ausländische Spezialitäten bei einem Sommerfest sind schon interkulturelle Erziehung, sondern es geht um die Veränderung des Kindergartenalltags insgesamt: Gestaltung der Räume, Auswahl von Materialien und Spielen, Gestaltung des Tagesablaufs, wie kann den neuen Kindern das Eingewöhnen leichter gemacht werden, wie die fremde Religion berücksichtigt, welche Möglichkeiten bieten Musik und Rhythmik, wie können Feste gefeiert werden, wie der Stadtteil mit zum Lernort gemacht werden, welche Chancen bieten Medien wie Filme, Fernsehen, Fotos, Kassettenrekorder, welche Märchen und Erzählungen aus den Heimatländern sind mit bekannten vergleichbar, welche Unterschiede gibt es. - Dieser Band zur Arbeit mit Kindern soll dazu anregen, zu fragen, welche neuen Möglichkeiten die Anwesenheit von Kindern mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund im Kindergartenalltag bietet.


Inhalt

Vorwort
Einleitung
Hinweise zur Benutzung der Materialien

Überlegungen zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten
Ausgangssituation und Fragestellungen
Zum Begriff der interkulturellen Erziehung:
Kultur - Identität - Integration
Ziele einer interkulturellen Erziehung im Kindergarten:
Handlungsfähigkeit für ein gleichberechtigtes Zusammenleben - Gemeinsamer Lernprozeß - Umgehenkönnen mit Widersprüchen - Zweisprachigkeit - Zusammenarbeit mit Eltern / Stadtteilöffnung
Voraussetzungen interkultureller Erziehung:
Erzieherinnen-Teamarbeit - Allgemeine Fragen der Elementarerziehung
Grenzen und Perspektiven der interkulturellen Erziehung
Literatur

Kapitel I: Konzeptionelle Schwerpunkte interkultureller Erziehung
  1. Ausländische Kinder und ihre Familien - Interkulturelle Situationen und Konflikte im Kindergarten
    1. Kennenlernen der familiären Situation ausländischer Kinder:
      Drei Kinderbiographien: Manuel aus Spanien, Nada aus Jugoslawien, Behan aus Berlin - Fragen zur familiären Situation - Schlüsselsituationen als Ausgangspunkt interkultureller Konflikte
    2. Beispiele interkultureller Situationen und Konflikte:
      Beispiel: Perihan kann so toll toben - Beispiel: Im Kindergarten ist Suleika wie ein deutsches Kind
    3. Vorurteile in der Kindergruppe
    4. Möglichkeiten des Aufgreifens von Situationen der Themengestaltung:
      Beispiel zur Themengestaltung: Leben auf dem Land - Beispiel für das Aufgreifen von Situationen
  2. Religiöse Erziehung in multinationalen Gruppen (bearbeitet von U. Heigenmooser)
    1. Informationen zum Islam und zur griechisch-orhodoxen Kirche:
      Islam - Die griechisch-orthodoxe Kirche - Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Islam und Christentum
    2. Spannungsfeld konfessioneller Kindergärten in der interkulturellen Erziehung
    3. Interkulturelle Religionspädagogik im Kindergarten - Voraussetzungen und Beispiele für die Praxis:
      Gemeinsame Geschichten aus der Bibel für christliche und muslimische Kinder - Gemeinsam beten - Feste im Jahreslauf gemeinsam feiern
    4. Zusammenarbeit mit den Eltern:
      Beispiel: Informationsbroschüre zu St. Martin - Beispiel: Elternbrief zur Weihnachtszeit - Beispiel: Gespräch bei einem Eltern-
      abend über religiöse Erziehung - Beispiel: Einladung türkischer Eltern zu einem Gottesdienst
      Literatur- und Medienhinweise:
      Zum Islam - Zum Zusammenleben von Christen und Muslimen - Zur religiösen Erziehung
  3. Rollenverhalten im Kindergarten - Zärtlichkeit und Sexualität
    1. Geschlechtsspezifische Erziehung im Kindergarten:
      Beispiel: Abräumen und Aufräumen - Anregung: Wir machen einen Plan - jeder kommt mal dran - Beispiel: Jungen machen "Frauenarbeit" - Beispiel: Waschen, Nähen, Schminken, Hämmern und Sich-Verkleiden im Gruppenraum
    2. Sexualerziehung - Fragen und Schwierigkeiten eines Kindergartenteams:
      Beobachtungen und Zielsetzungen - Ausgangssituation - Erstes Arbeitsgruppentreffen: Persönliche Grenzen - Zweites Arbeitsgruppentreffen: Kinder brauchen Schutz - Erzieher auch - Drittes Arbeitsgruppentreffen: Angst vor den Eltern - Viertes Arbeitsgruppentreffen: Tabus beschränken Gemeinsamkeit - Fünftes Arbeitsgruppentreffen: Die Erzieher werden sicherer - Sechstes Arbeitsgruppentreffen: Erste Vorbereitungen auf das Gespräch mit den türkischen Eltern - Achtes Arbeitsgruppentreffen: Vorbereitung auf ein Gespräch mit der Müttergruppe
  4. Beginn des Kindergartenjahres - neue Kinder und Eltern
    1. Erste Kontakte zu den ausländischen Eltern:
      Beispiel: Hausbesuche - Beispiel: Hospitation im Kindergarten
    2. Neue Kinder in der Gruppe - Wie ihnen das Eingewöhnen erleichtert werden kann:
      Eine Geschichte: Hassans erster Tag im Kindergarten - Beispiel: Handpuppen helfen den Neuen - Beispiel: Eine Kassette mit der Stimme des Vaters - Weitere Anregungen - Kennenlernspiele
Kapitel II: Interkulturelle Erziehung in der Alltagspraxis
  1. Raumgestaltung - Materialien - Spiele
    1. Raumgestaltung und Materialangebot
    2. Spiele und Spielsachen:
      Ein mögliches Gespräch über Kriterien für oder gegen den Einsatz bestimmter Spiele - Argumente zum Umgang mit Spielen und Materialien - Einführung von und Umgang mit Spielsachen - Tischspiele (Brett-, Regel-, Kartenspiele) - Kriterien für die Auswahl von Spielen - Kontaktspiele - Kreisspiele - Fingerspiele - Spiele im Garten - Freie Spiele - Rollenspiele
  2. Bilder- und Lesebücher:
    Zum Umgang mit Büchern
    1. Bücher über Menschen in anderen Ländern:
      Menschen aus aller Welt - Kinder aus einem anderen Land - Atlanten und Fotomappen
    2. Zwei- und mehrsprachige Bilderbücher
    3. Kinderbücher zum Thema Ausländerkinder und ihre Situation im einem fremden Land
    4. Zweisprachige Kassetten
    5. Kinderbücher aus den Heimatländern:
      Kinderbücher aus Griechenland Kinderbücher aus Jugoslawien - Kinder- und Bilderbücher aus der Türkei
  3. Märchen und Erzählungen aus den Heimatländern:
    Beispiel: Internationales Geschichtenerzählen
    1. Märchen und Erzählungen aus der Türkei:
      Der Schlangenprinz - Der bunte Hahn - Das Märchen vom kleinen Vogel und dem Tannenbaum - Geschichten von Nasreddin Hodscha - Keloglan und der Of-Of-Riese - Türkisches Volkstheater und Schattenspiel - Karagöz und Hacivat - Bauanleitung zur Herstellung einer einfachen Puppenbühne - Literaturhinweise - Türkische Märchen
    2. Märchen und Erzählungen aus anderen Ländern:
      Der Taschenspiegel - Der Topf des Riesen - Literaturhinweise zu Märchen aus anderen Ländern
  4. Feste und Feiern
    1. Der "Festkalender" im Kindergarten
    2. Der Kindergeburtstag
    3. Fasching / Karneval:
      Fasching im italienisch-deutschen Kindergarten - Kasimirs Weltreise
    4. Erntedankfest:
      Multinationales Erntedank-Projekt - Rübenfest in Großenried - Literaturhinweise zu Feste und Feiern im Kindergarten
  5. Stadtteil als Lernort
    Stoffsammlung "Stadtteilerkundungen"
    1. Stadtteilerkundungsspiel:
      Beispiel: Erzieherinnen lernen "ihren" Stadtteil kennen - Beispiel: Ein Kiez-Spiel
    2. Was ein Stadtteil alles bietet:
      Zwei Beispiele: Kinder haben eine eigene Wahrnehmung - Auch andere Erwachsene haben pädagogische Fähigkeiten - Wir und unser Stadtteil - Beispiel für ein Rahmenthema - Kindergarten und Altenheim - Ein Beispiel
    3. Hausbesuche mit Kindern:
      Beispiel: Alle Kinder werden von der ganzen Gruppe zu Hause besucht - Beispiel: Die Gruppe besucht die Erzieherin zu Hause - Literaturhinweise
    4. Arbeitswelt:
      Beispiel: Beruf einer Mutter - Krankenschwester - Beispiel: Ein Handwerker im Kindergarten - Beispiel: Und wenn der Kranfahrer mal pinkeln muß? - Literaturhinweise
    5. Zusammenarbeit mit der Schule:
      Beispiel: Kontakt zur Schule durch einen Besuch auf dem Pausenhof - Beispiel: Ausprobieren des Klassenraums - Beispiel: Vorschulkinder nehmen am Unterricht teil - Literaturhinweise
  6. Einsatz von Medien in der Arbeit mit Kindern
    1. Einsatz von Medien bei Themen und in Situationen:
      Kriterien für die Filmauswahl - Beispiel zum Einsatz von Filmen: Rollenverhalten in der Gruppe - Beispiel Herstellen einer Kassette: Eine eigene Kassette für jedes Kind - Beispiel Fotografieren: Fotoratespiel "In unserem Kindergarten"
    2. Einsatz von Medien für und über Ausländer: Bilder - eine internationale Sprache
      Beispiel: Ein Film hilft einem italienischen Mädchen bei der Eingewöhnung in die Gruppe - Beispiel: Internationale Filmfestspiele im Kindergarten - Beispiel: Reporterspiel - Beispiel: Metin - wie leben ausländische Kinder in der Bundesrepublik
    3. Kind und Fernsehen - Beispiel einer didaktischen Einheit
      Anlaß - Vorbereitung - Rahmenplan - Umfragen bei Kindern - Rollenspiel - Wir bauen einen Fernseher aus Pappkarton - Wir machen selber einen Film - Bastelanleitung Fernseher - Elternabend zum Thema "Kind und Fernsehen" - Kindergartenzeitung "Fernsehen und Freizeit"
    4. Empfehlenswerte Medien für die Arbeit mit Kindern
  7. Musik, Lieder, Tänze und Rhythmik in der interkulturellen Erziehung (Bearb. v. S. Renz)
    1. Lieder und Tänze aus den Heimatländern
      Auswahl von Liedgut - Methodik der Liedeinführung - Umgang mit Liedern
    2. Materialsammlung und Informationen
      Deutsches Liedgut für multinationale Gruppen - Musik und Lieder aus der Türkei - Musik und Lieder aus Griechenland - Musik und Lieder aus Jugoslawien - Musik und Lieder aus Portugal - Musik und Lieder aus Italien - Musik und Lieder aus Spanien
    3. Rhythmik in der interkulturellen Erziehung
      Rhythmik mit verschiedenen Stäben - Rhythmik mit einer großen Decke - Rhythmik mit Rasselbüchsen - Rhythmik im leeren Raum - Rhythmische und musische Bewegungsspiele
    4. Literatur- und Schallplattenhinweise
Kapitel III: Kleingruppenarbeit - Element interkultureller Erziehung
  1. Ziele und Rahmen der Kleingruppenarbeit
    1. Ziele
    2. Beobachtungen der Kinder und Zusammensetzungen von Kleingruppen
      Durchführung der Beobachtung - Beobachtungsergebnisse - Zusammensetzung der Kleingruppe
  2. Beispiele aus der Praxis
    1. Wir werden eine Gruppe
      Beispiel: Das Spiel mit dem Bettlaken - Beispiel: Die eigene Wunschsonne - Beispiel: Das Zahnarztspiel - Beendigung und Bewertung
    2. Wer bin ich?
    3. Wie fühle ich mich in einem fremden Land?
      Ausgangsituation und Ziele - Collage über verschiedene Gesichtsausdrücke - Das Kaufmannsladenspiel - Wir kaufen in einem griechischen Laden ein - Besuch bei einer türkischen Familie - Vertiefung: Oskar, der französische Rabe
    4. Türkei
      Einstieg in das Thema: Die Kinder bekomen eine Postkarte aus der Türkei - Diageschichte: Ali aus der Türkei - Ahmet kommt zu Besuch, wir tanzen und musizieren zusammen - 2. Teil der Diageschichte von Ali - Wir kaufen in einem türkischen Geschäft ein und bereiten Cacik zu - Bilderbuch Selim und Susanne - Wir malen eine Landkarte und die Fahne dazu - Wir packen einen Koffer - Wir fahren zur Moschee - Allgemeine Auswertung dieses Themas und der Kleingruppenarbeit

Band 2 (Materialien zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten):

Eltern, Stadtteil, Fortbildung, Heimatländer

Jakubeit, Gudrun


Durch ausländische Eltern hat sich die Elternarbeit verändert, herkömmliche Formen wie Elternabende konnten nur noch wenige ansprechen, es wird mehr gefeiert, sich in lockerer Atmosphäre zusammengesetzt, es werden gemeinsame Ausflüge gemacht; der Kindergarten öffnet sich zum Stadtteil, arbeitet mit anderen sozialen Einrichtungen zusammen. Hierfür und für die anderen Inhalte der Pädagogik brauchen die Erzieherinnen Unterstützung. Die Veränderungen der Rahmenbedingungen können hierbei eine große Hilfe sein. Einige Beispiele und Konzeptionen werden vorgestellt als Anregung und Anstoß. Der Abschnitt "Heimatländer kennenlernen" enthält Informationen über die Herkunftsländer, die für die Kindergartenarbeit wichtig sind, z.B. über Feste, Bräuche, Rezepte, Spiele, Familienstrukturen, Erziehungsvorstellungen.


Inhalt

Vorwort
Einleitung
Hinweise zur Benutzung der Materialien

Kapitel I: Rahmenbedingungen und Konzepte der interkulturellen Erziehung im Kindergarten
  1. Organisation des Kindergartens und Einsatz zusätzlicher Erzieherinnen
    1. Teamarbeit und Organisation der pädagogischen Praxis:
      Teamarbeit - Altersgemischte Gruppen - Einbeziehung des technischen Personals - Ausweitung der personellen Kapazität
    2. Möglichkeiten des Einsatzes einer zusätzlichen deutschen Erzieherin:
      Konzept "Förderung ausländischer Kinder in Multinationalen Gruppen durch zusätzliche Erzieherinnen in München" (sog. "Multis") - Konzept "Interkulturelle stadtteilorientierte Arbeit in Kindertagesstätten mit multinationalen Kindergruppen" (Besonderer Erziehungsdienst)
    3. Möglichkeiten des Einsatzes ausländischer Erzieherinnen:
      Erfahrungsberichte - Konzept "Modellgruppen für deutsche und ausländische Kinder in städtischen Kindergärten" (Bilingual-Bikulturelle Modellgruppen) - Überlegungen zu "Ausländischen Vermittlern" als Einstiegshilfen für ausländische Kinder und Eltern - Forderungen nach Einbeziehung ausländischer Erzieherinnen und Erzieher
  2. Kooperation mit Kindergartenträgern - Verbreitung des Ansatzes der interkulturellen Erziehung
    1. Kooperation mit den Kindergartenträgern:
      Beispiel: Paritätische Zusammensetzung eines Projektrates (Leitungsgremium) aus Träger- und Praxisvertretern - Beispiel: Institutionenberatung - Freistellung von Mitarbeitern und Veränderung der Organisation
    2. Verbreitung des Ansatzes der interkulturellen Erziehung:
      Vorschlag "Konzertierte Aktion von Beratern, Pädagogischen Sachbearbeitern und Dozenten der Aus- und Fortbildung" - Beispiel: "Multiplikatorenschulung"
  3. Beratung und Fortbildung
    1. Ansätze und Arbeitsebenen von Fortbildung und Beratung:
      Beispiel: Fortbildungen während der Dienstzeit - Beispiel: Trägerübergreifende Fortbildung - Beispiel: Praxisberatung - Beispiel: Organisation und Verlauf der Praxisberatung - Beispiel: Beratung in Berlin
    2. Konzeptionen und Beispiele:
      Konzept "Stadtteilorientierte Fachberatung von Kindertagesstätten" - Beispiel: Praxisberatung und Fortbildung zur Vorbereitung eines Elterninformationsabends zur Einschulung - Beispiel: Praxisberatung zur Vorbereitung und Durchführung von Elternabenden im Hort - Erster Elternabend - Zweiter Elterabend - Beispiel: Fortbildung zum Ausländerrecht und zur Ausländerpolitik - Beispiel: Fortbildung und Praxisberatung "Türkische Kinder und Eltern" - Beispiel: Fortbildung zum Thema Religiöse Erziehung - Konzept eines sechswöchigen Lehrgangs "Interkulturelles Lernen - Pädagogische Arbeit mit ausländischen und deutschen Kindern - Beispiel: Praxisorientierte Einführungskurse in Muttersprache und soziokulturellen Hintergrund ausländischer Arbeiterkinder (Stuttgart) - Beispiel: Türkischkurse für deutsche Erzieherinnen
    3. Medien zur Fortbildung
Kapitel II: Interkulturelle Erziehung und Zusammenarbeit mit den Eltern
  1. Verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern
    1. Informelle Kontakte:
      Beispiel: Elternkaffee oder die "Freitagsrunde" - Beispiel: Filmangebote
    2. Hausbesuche:
      Einladung einer türkischen Mutter - Hausbesuche zum gegenseitigen Kennenlernen - Hausbesuche zum Kennenlernen des Stadtteils - Organisation des Kindergartens aus der Sicht der Eltern
    3. Ausflüge:
      Beispiel: Ausflug zur Ruderregattastrecke - Beispiel: Rodelausflüge - Beispiel: Ein Elternwochenende
    4. Elternabende:
      Beispiel: Elternabend zum Thema "Aktuelle Probleme in der Arbeit mit Kindern" - Beispiel: Gruppenelternabend zum Freispiel - Beispiel: Elternabend mit einer Lehrerin zum Übergang Kindergarten-Schule - Beispiel: Elternabend zum Thema "Heimatländer kennenlernen"
    5. Eltern als aktive Mitgestalter im Kindergarten:
      Beispiel: Seminar mit türkischen Eltern über Erziehung - Elternbeirat - Beispiel: Der Elternbeirat in einer katholischen Einrichtung - Aktionen von Eltern für Eltern - Aktivitäten von Eltern, Kindern und Erzieherinnen
  2. Informationen für die Eltern
    1. Standard-Informationen:
      Beispiel: Standardübersetzungen für die Zusammenarbeit mit ausländischen Eltern - Beispiel: Elternbriefe für Eltern ausländischer Kindergartenkinder - Beispiel: Hörspielkassetten und Begleitheft "Mit unseren Kindern Hand in Hand". "Cocuklarimizla elele" (in türkischer Sprache)
    2. Kindergartenzeitungen:
      Beispiel: Kindergartenzeitung eines evangelischen Kindergartens in München
  3. Feste und Feiern mit Eltern
    1. Kritische Überlegungen zu Festen und Feiern im Kindergarten:
      Feiern ist mehr als Folklore - Sommerfeste - Planung eines Festes
    2. Verzeichnis der Feste und Feiertage in den Heimatländern der Migranten
    3. Ausländische Frauen und Erzieherinnen
    4. Ausländische Mütter und Erzieherinnen - Reflexion bei einer Fortbildungsreihe
    5. Mütterkreis in einem evangelischen Kindergarten
    6. Der Frauenladen für türkische und jugoslawische Frauen der Arbeiterwohlfahrt
Kapitel III: Öffnung des Kindergartens zum Stadtteil
  1. Zusammenarbeit von Kindergärten im Stadtteil
    1. Zusammenarbeit bei Aktivitäten mit Kindern und Eltern:
      Beispiel: Heute gehört die Straße uns - ein gemeinsames Straßenfest dreier Kindergärten - Beispiel: Weihnachtsmarkt - Beispiel: Elternabend zur Einschulung - Beispiel: Gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten mit Kindern
    2. Zusammenarbeit von Erzieherinnen:
      Beispiel: Entstehung einer gemeinsamen Kindergartenzeitung "Einblick" - Beispiel: Kindergartenteam - Kollegiale Beratung untereinander - Beispiel: Materialaustausch - Beispiel: Erzieherstammtisch - Konzept: "Kooperation der Kindergärten untereinander"
  2. Kooperation mit anderen Einrichtungen im Stadtteil
    1. Stadtteilarbeitskreis - Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern:
      Beispiel: Stadtteilrunde - Beispiel: Der Kindergarten beteiligt sich an Stadtteilaktivitäten - Beispiel: Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern - Konzept: "Kindergarten-Sozialarbeit" (als Eltern- und Erwachsenenarbeit) - Konzept: "Zusammenarbeit ASD (Allgemeiner Sozialdienst) mit den Kindergärten in Stuttgart-Nord" - Beispiel: Der Kindergarten als Informationsdrehscheibe
    2. Wichtige Ansprechpartner im Stadtteil:
      Ansprechpartner im Stadtteil - Einrichtungen in der Kommune
Kapitel IV: Heimatländer kennenlernen - pädagogische Anregungen und Materialien
  1. Türkei
    1. Eine didaktische Einheit - Serkan, Arzu, Dilek, Zehlia, Hülya, wir sind aus der Türkei, kommt und lernt uns kennen!:
      Vorbereitung - Abreise - Besuch am Bahnhof - Wir nähen einen Salvar - Wir kochen türkisch - Merhaba - Guten Tag
    2. Familienstrukturen und Erziehungsvorstellungen:
      Die türkische Familie in ihrer historischen Tradition - Bauern- und Arbeiterfamilien in der Türkei heute - Türkische Familien in der Bundesrepublik - Erziehungsvorstellungen und Erziehungsziele - Beispiele für neue Rollen und Arbeitsteilung bei der Kinderversorgung - Lebenszyklen und familiäre Bräuche - Literatur
    3. Feste und Bräuche:
      Kinderfest - Cocuk Bayrami - ein nationales Fest - Feiern türkische Familien ihre religiösen Feste in Deutschland? Gespräch mit türkischen Frauen - Familienfeste
    4. Spiele, Verse und Rätsel aus der Türkei:
      Kreisspiele - Liedspiele - Fingerspiele - Verse - Auszählverse - Rätsel
    5. Die türkische Küche:
      Andere Länder - andere Sitten - Eßgewohnheiten unserer türkischen Kinder - Rezepte
    6. Ein paar Worte Türkisch:
      Schreibform und Aussprache türkischer Buchstaben - Begrüßung, Vorstellung und Verabschiedung - Zum Tagesablauf im Kindergarten grundsätzlich - Beim Spiel - In der Garderobe - Auf der Toilette - Beim Essen - Im Garten - Beim Schlafen - Krank? - Farben - Wochentage - Monate - Zahlen - Sexualität und Zärtlichkeit - Körperteile - Hilfen zur Elternarbeit - Einladung zur Sprechstunde - Einladung zum Elternabend - Einladung zu einem Fest - Ankündigung für einen Ausflug - Schließung der Kindertagesstätte - Ärztliches Attest - Krank/gesund - Türkische Höflichkeitsformen
  2. Jugoslawien
    1. Jugoslawien - eine didaktische Einheit
    2. Gesellschaftliche Entwicklung Jugoslawiens seit Ende des Zweiten Weltkrieges:
      Veränderungen der Familienstrukturen - Stellung der Frau - Die Stellung der Familie in der heutigen jugoslawischen Gesellschaft - Jugoslawische Familien in der Bundesrepublik
    3. Erziehungsnormen und Erziehungspraktiken in Jugoslawien:
      Erziehungsnormen zweier Migrantenfamilien
    4. Feste und Bräuche
    5. Spiele und Rätsel
    6. Rezepte aus Jugoslawien
    7. Grundwortschatz im Kroatischen oder Serbischen
  3. Griechenland
    1. Didaktische Einheit - Wir verreisen nach Griechenland
    2. Familienstrukturen:
      Das heutige Griechenland - Familie und Gesellschaft
    3. Feste und Bräuche:
      Feste im Jahreslauf - Familienfeste
    4. Die griechische Küche
    5. Vokabelliste
  4. Schule und Ausbildung in den Heimatländern und in der Bundesrepublik
    1. Türkei:
      Vorschulerziehung - Grunderziehung (Temel Egtim) - Mittlere Ausbildung ("Gymnasium", Lise) - Sonderschulen (Özel Egitim Okullan) - Privatschulen - Berufsausbildung - Hochschulen - Außerschulische Ausbildung (Yaygin Egitim) - Türkisches und deutsches Schulsystem
    2. Jugoslawien:
      Erziehungs- und Bildungssystem - Schulbildung (Übersicht) - Vorschulerziehung - Grundschulausbildung - 8 Jahre - Berufliche Mittelschulen - 4 Jahre - Fachschule und Universität - Erwachsenenbildung - Mittelschule vor der Reform
    3. Griechenland:
      Das neugriechische Erziehungssystem - Das heutige Schulsystem - Vorschulische Erziehung - Schulbildung (Übersicht)
    4. Ausländerkinder im deutschen Bildungssystem:
      Verschiedene Schulformen - Anerkennung ausländischer Zeugnisse - Ausländische Kinder und deutsche Regelklasse - Literatur




Band 3 (Materialien zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten):

Zweisprachigkeit

Heuchert, Lucija


Das Thema Zweisprachigkeit ausländischer Kinder ist trotz der langandauernden theoretischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung das mit den meisten offenen Fragen. Daher fällt auch der dritte Band aus der Systematik der ersten beiden Bände heraus. In seinem ersten Teil wird versucht, die theoretische Diskussion zur zweisprachigen Entwicklung ausländischer Kinder in der Bundesrepublik nachzu- zeichnen. Es wird unterstrichen, welchen Stellenwert das Erlernen der Muttersprache für die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder hat. Die zweisprachige (serbokroatisch/deutsch) Fachberaterin des Berliner Projektes ist der Frage in ihrer Beratungspraxis besonders nachgegangen, welchen Stellenwert die Förderung der Zweisprachigkeit für die Ziele einer interkulturellen Erziehung hat. In einem zweiten Teil werden eine Vielzahl praktischer Anregungen vorgestellt, wie im Kindergartenalltag Zweisprachigkeit gefördert werden kann, welche Rolle eine deutsche Erzieherin, welche eine ausländische Erzieherin dabei spielen, wie die Eltern beraten werden können. Der Band schließt mit Hinweisen zu in der Praxis der Förderung der Zweisprachigkeit erprobten Materialien wie Liedern, Gedichten, Tänzen, Bilderbüchern und Medien.


Inhalt

Vorwort
Einleitung
  1. Projektrahmen und Zielsetzung
  2. Problemlage, Konzeption und Vorgehensweise
  3. Aufbau des Berichtes - Hinweise zum Lesen
Kapitel I: Ansätze zur Erklärung der Zweisprachigkeit von ausländischen Kindern - Theorien und Konzepte
  1. Grundlagen zur zweisprachigen Entwicklung von Kindern
    1. Prozesse bei der Sprachentwicklung von Kindern:
      Stadien der Sprachentwicklung - Wie wird die Sprache im frühkindlichen und Kleinkindalter erlernt?
    2. Zweisprachige Entwicklung:
      Grundbegriffe und Definitionen - Doppelspracherwerb oder Bilingualismus - Zweitspracherwerb - Bedeutung der Muttersprache - Zweisprachigkeit und Intelligenzentwicklung - Sprachkontakt, Spracherfahrung und Besonderheiten der Mehrsprachigkeit ausländischer Kinder
    3. Zusammenfassung und Schlußfolgerung
  2. Voraussetzungen für die zweisprachige Entwicklung ausländischer Kinder in der Bundesrepublik Deutschland
    1. Sprachpolitik, Sprachplanung und Mehrsprachigkeit in der Bundesrepublik Deutschland
    2. Sprachsituation der ausländischen Familien - Türken und Jugoslawen:
      Merkmale des Deutschen bei Kindern - Merkmale der zweisprachigen Kommunikation in den Familien
    3. Allgemeiner Stand der Diskussion und Modelle zur Sprachförderung der ausländischen Kinder im Elementarbereich
  3. Sprachkontaktsituation und Besonderheiten der Zweisprachigkeit ausländischer Kinder in der Kindertagesstätte - Erfahrungen des Projektes "Deutsche und Ausländer" im Stadtteil - Integration durch den Kindergarten in Berlin
    1. Darstellung der sprachlichen Biographien von zweisprachigen Kindern:
      Kinder mit Doppelspracherwerb - Kinder mit Deutsch als Zweitsprache - Größere Kinder mit Sprachlernschwierigkeiten
    2. Interpretation von Beobachtungen - Folgerungen für die Praxis:
      Kinder mit Doppelspracherwerb (Bilingualismus) - Kinder mit Zweitspracherwerb - Aysha, Leyla, Serpil - Ältere Kindergartenkinder mit erschwerten Sprachlernbedingungen
Kapitel II: Förderung der Zweisprachigkeit im Kindergarten - einige Beispiele aus der Praxis und Vorschläge zum Verfahren
  1. Förderung von Deutsch als Zweitsprache bei Kindern im Vorschulalter
    1. Verschiedene Stufen der Zweitsprachförderung - neue Kinder ohne deutschsprachige Kenntnisse:
      Schaffung der Rahmenbedingungen in der Gruppe - Förderung in Kleingruppen - Umgang mit der Cliquenbildung - Kontrolle des sprachlichen Inputs - Umgang mit den grammatisch falschen Äußerungen der Kinder - Einbeziehung der Muttersprache - Beobachtung der einzelnen Spracherwerbsphasen
    2. Spätere Phasen des natürlichen Zweitspracherwerbs im Kindergarten:
      Besuch im Aquarium - Sprachförderung durch Theaterspielen - Zur Frage der Gleichmäßigkeit der Zweitsprachentwicklung
    3. Kinder mit besonderen Schwierigkeiten und Verzögerungen beim Zweitspracherwerb:
      Hinweise zur Feststellung des Hintergrundes für Sprachlernschwierigkeiten
    4. Zweitspracherwerb im Rahmen der Vorschulförderung im Kindergarten:
      Zusammenfassende Bemerkungen
  2. Förderung von Muttersprache und Zweisprachigkeit
    1. Beispiele aus multikulturellen Gruppen:
      Einführende Aktivitäten zur Zweisprachigkeit - Ausgewogenheit zwischen Deutsch und Muttersprache - Szenen aus dem mehrsprachigen Alltag - Übersetzungsfähigkeit - Beispiele aus Gruppen ohne muttersprachlichen Erzieher
    2. Muttersprachliche Förderung in bilingual-bikulturellen Gruppen - Beispiele auss dem IFP-Modell:
      Muttersprachliche Förderung jugoslawischer Kinder
  3. Rolle der ausländischen Erzieher bei der zweisprachigen Förderung im Kindergarten:
    Positionen der einzelnen Kollegen - Sprachverhalten des ausländischen Erziehers in der Einrichtung - Bedingungen der Einstellung von ausländischen Erziehern - Möglichkeiten des Einsatzes von externen ausländischen Sprachhelfern
  4. Förderung von Zweisprachigkeit durch die Zusammenarbeit mit den Eltern:
    Elternabend zum Thema Zweisprachigkeit - Beratung der Eltern zum Thema Zweisprachigkeit - Einbeziehung der Eltern in die Aktivitäten zur Sprachförderung
  5. Grundforderungen zur zweisprachigen Erziehung in multikulturellen Gruppen
Kapitel III: Materialien und Medien
  1. Bilderbücher
    1. Mehrsprachige Bilderbücher:
      Deutschsprachige Bilderbücher - selbst übersetzt - Zum Vertiefen: Schlüsselbegriffe aus dem Bilderbuch - in zwei Sprachen
    2. Deutschsprachige Bücher
    3. Kinderbücher in serbokroatischer und türkischer Sprache
  2. Kassetten und Schallplatten mit Geschichten, Märchen und Kinderliedern auf Türkisch, Serbokroatisch und Deutsch
    1. Kassetten: Geschichten, Märchen, Hörspiele
    2. Lieder in Serbokroatisch und Türkisch:
      Kassetten - Weitere Lieder aus verschiedenen Quellen
  3. Arbeitshilfen zur Förderung von Deutsch als Zweitsprache und zur muttersprachlichen Förderung
  4. Arbeitshilfen zur Feststellung der Sprachkompetenz
    1. Beobachtungshilfen
    2. Frageraster für Elterngespräche
    3. >
  5. Literatur zur Einführung in die Zweisprachigkeit
  6. Kurzbeschreibung des Programms "Deutsche und Ausländer im Stadtteil - Integration durch den Kindergarten" durch die Robert Bosch Stiftung
Literaturverzeichnis

Anhang:
Überlegungen zur interkulturellen Erziehung im Kindergarten
Ausgangssituation und Fragestellungen
Zum Begriff der interkulturellen Erziehung
Kultur - Identität - Integration
Ziele einer interkulturellen Erziehung im Kindergarten:
Handlungsfähigkeit für ein gleichberechtigtes Zusammenleben - Gemeinsamer Lernprozeß - Umgehenkönnen mit Widersprüchen - Zweisprachigkeit - Zusammenarbeit mit Eltern / Stadtteilöffnung
Voraussetzungen interkultureller Erziehung
Erzieherinnen-Teamarbeit - Allgemeine Fragen der Elementarerziehung
Grenzen und Perspektiven der interkulturellen Erziehung
Literatur

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