Kompulsive Drogengebraucher in den Niederlanden und Deutschland

Kemmesies, Uwe E.

Die offene Drogenszene in Amsterdam und Frankfurt a.M.
Eine lebensweltnahe, systematische Vergleichsstudie im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW

(Studien zur qualitativen Drogenforschung und akzeptierenden Drogenarbeit; Bd. 7)


Die hier vorgelegte internationale Vergleichsstudie zwischen den Niederlanden und Deutschland stößt in eine bisher kaum bearbeitete Lücke der Drogenforschung vor. Systematische Vergleiche von (aktuellen) Gebrauchern illegaler Drogen aus unterschiedlichen Ländern sind äußerst rar. Dies verwundert, denn ein Vergleich von Drogengebrauchern aus Ländern mit divergenten drogenpolitischen Handlungsformen bietet die Möglichkeit, differenziertere Einblicke in den Zusammenhang von gesellschaftlichen Kontextbedingungen (Drogenhilfesystem, Justiz etc.) und den Ausdrucksformen des Drogenumgangs zu gewinnen: Generieren differente drogenpolitische Zugänge unterschiedliche Drogenumgangsformen? Oder etablieren sich trotz einer unterschiedlichen Drogenpolitik mehr oder weniger gleiche Ausdrucksformen des Gebrauchs illegaler Drogen?
Um sich dieser Fragestellung zu nähern, bot sich ein niederländisch-deutscher Vergleich in besonderer Weise an, da sich die Nachbarländer durch höchst differente drogenpolitische Zugangswege auszeichnen. Ohne hier näher auf die - mitunter überraschenden, weil in der Richtung nicht erwarteten - Ergebnisse einzugehen, sei soviel vorweggenommen: Weniger substantielle Unterschiede bestimmen das ‘vergleichende Bild’ zwischen den Drogenszenen in Amsterdam und Frankfurt a.M. - vielmehr kann eine Art ‘Strukturgleichheit’ angenommen werden. Was aber bedeutet dies im Hinblick auf die Gestaltung von Drogenpolitik? Welche Konsequenzen sind aus dieser Beobachtung ableitbar?
Dieser Band bietet über einen ‘materialreichen’, nähere Einblicke in die Lebenswelt ‘Drogenszene’ gewährenden Ergebnisteil hinaus, ebenso einen Überblick über den Stand international-vergleichender Drogenforschung sowie eine ausführliche Betrachtung der drogenpolitischen Entwicklungsgeschichte in den Niederlanden und Deutschland. Darüber hinaus greift der ‘Methodenteil’ grundsätzliche Probleme der Drogenforschung auf. Der ‘Theorieteil’ dieser Studie stellt ein Modell - ‘Settingstruktur der Drogenumgangs’ - zur Diskussion, das an der neueren, eher soziologisch geprägten Theoriebildung im Forschungsfeld ‘Drogen’ ansetzt. Abgeschlossen wird der Band durch eine Reflexion der Forschungsergebnisse unter drogenpolitischen wie konkret drogenhilfepraktischen Gesichtspunkten, die die aktuelle drogenpolitische Diskussion aufgreifen.


Inhalt:

  1. Einleitung
  2. Zum Stand international-vergleichender Drogenforschung
  3. ‘Drogenpolitische Zugangsweisen’ zum Phänomen ‘Gebrauch illegaler Drogen’ in den Niederlanden und Deutschland
    1. Problemstellung, Begründungszusammenhang, Hintergründe: Divergenzen - Konvergenzen
    2. Drogenpolitik - drogenpolitische Dimension
    3. Drogengesetze, Justiz - juristische Dimension
    4. Drogenhilfe - drogenhilfepraktische Dimension
  4. Entwurf des Forschungsprojektes
    1. Theoretischer Bezugsrahmen: Settingstruktur des Drogenumgangs
    2. Forschungsleitendes Erkenntnisinteresse - Generalhypothese von der interkulturellen Variabilität des Drogenumgangs
    3. ‘Drogenszene’ - Zur Verortung der Forschungsfeldes und Forschunghorizontes
  5. Methodische Konzeption des Forschungsdesigns: Quantitativ und qualitativ - ein ‘Integrationsmodell’
    1. Zum Nähe-Distanz-Verhältnis quantitativer und qualitativer Sozialforschung
    2. Zum Struktur- und Anforderungsprofil des Forschungszugang
      1. Methodentriangulation
      2. Qualitativer a priori
      3. ‘Repräsentativität - zum Verallgemeinerungsanspruch
      4. Gütekriterien - zum ‘Qualitätsanspruch’
    3. Der Methodenkanon
      1. Empirischer Zugang - Datenerhebung im Lebenskontext ‘Drogenszene’
        1. Stichprobenbildung - Zugangswege - Kontaktaufnahme
        2. Befragungsinstrument - Interviewverfahren
        3. Miterlebende Beobachtung
        4. Datensicherung
      2. Analytischer Zugang
        1. Eingesetzte Rechenverfahren
        2. Inbeziehungsetzung von ‘Quantitativem’ und ‘Qualitativem’: Typenkonstruktion
        3. Art und Weise der Ergebnispräsentation
  6. Ergebnisse
    1. Zum Verlauf der Interviewtätigkeit
    2. Deskription der Stichproben anhand biographischer Standarddaten
      1. Alter, Geschlecht
      2. Soziale Herkunft
      3. Ausbildungsniveau
      4. Familienstand, Kinder und aktuelle Wohnsituation
      5. Zusammenfassung
    3. Phasensequenzanalyse der drogalen Entwicklungsverläufe
      1. Nikotin
      2. Alkohol
      3. Cannabis
      4. LSD
      5. Heroin
      6. Rohopium / diverse Opiate
      7. Kokain
      8. Speed
      9. Abhängigkeitserkenntnis
      10. Erstkontakt mit Polizei- und Ermittlungsbehörden
      11. Medikamente
      12. Erster Entzug
      13. Methadon - Polamidon
      14. Erste Überdosis
      15. Ecstasy
      16. Erste Therapie
      17. Letzte Therapie
      18. Crack
      19. Letzte Überdosis
      20. Letzter Entzug
      21. Letzkontakt mit Polizei- und Ermittlungsbehörden
      22. Zusammenfassung
        1. Die drogalen Entwicklungsverläufe im Vergleich
        2. Die aktuellen Drogengebrauchsmuster im Überblick
    4. Alltagspraxis im Lebenskontext der Drogenszene
      1. Bestreitung des Lebensunterhaltes/Drogenbedarfs
      2. Zum Drogenerwerb
      3. Soziale und ökonomische Bedeutung der Szene
      4. Sozialkontakte
      5. Zum Tagesablauf
      6. Bedeutung und Einschätzung der Drogenhilfe
      7. Zusammenfassung
    5. Physischer und psychischer Allgemeinzustand
      1. Physische, psychische Befindlichkeit
      2. HIV-Status
      3. Risikobewußter Drogengebrauch und Safer-Sex
      4. Zusammenfassung
    6. ‘Alltagsdeutungen’
      1. Subjektive Drogentheorie
      2. Einschätzung der offenen Drogenszene
      3. Einschätzung der ‘öffentlichen Meinung’ zum ‘Drogenproblem’
      4. Einschätzung der staatlichen Drogenpolitik
      5. Zukunftsorientierungen
      6. Zusammenfassung
    7. Gesamtzusammenfassung
      1. Projektspezifischer Hintergrund
      2. Methodischer Zugang
      3. Ergebnissicherung: Konvergenzen - Divergenzen
  7. Ergebnisreflexion
    1. Ergebnisreflexion unter drogenpolitischen und drogenhilfepraktischen Gesichtspunkten - Konsequenzen
      1. Drogenhilfepraktische Konsequenzen
      2. Drogenpolitische Konsequenzen
  8. Literatur
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Verzeichnis der Feldnotizen



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