Zur Semiotik der Inversion

Verkehrte Welt und Lachkultur im 16. Jahrhundert

Kuper, Michael


Die "verkehrte Welt" war ein Lieblingsthema in der Volkskultur der frühen Neuzeit. Man kannte sie bereits in der Antike und stellte sie ausgiebig in der populären Druckgraphik und in vielen Dichtungen des 16. Jahrhunderts dar. Hier standen Menschen auf dem Kopf, segelten die Narren nach Utopia, schlug der Esel die Laute und hütete der Wolf die Schafe. Die zeichenhaft zu inszenierende Inversionswelt fand im Karneval und in der Festkultur zusätzlichen Spielraum.
Symbol der Lachkultur und Träger des alle Gegensätze austauschenden Verkehrungsprinzips war die Figur des Narren. Als Grenzgänger und Demonstrationsfigur öffentlicher Belehrung stand der Narr für gesellschaftlichen Umbruch, menschliche Vitalität und Aufbruch in eine neue Zeit. Sein häufiges Erscheinen bezeichnet die potentiell mögliche Relativierbarkeit der Werte. In den als satirischer Weltspiegel dienenden Narrendichtungen erfuhr der Träger des kulturellen Konzepts der Inversion ein paradoxes Bedeutungsspektrum, das hier ausführlich dargestellt wird. Zu den klugen Narrenfiguren gehören auch die Schwankhelden Markolf und Eulenspiegel, deren Zeichenhandlungen im strukturanalytischen Kulturvergleich mit den Verkehrungstaten des afrikanischen und nordamerikanischen Schelmentypus "Trickster" untersucht werden.
Dieses materialreiche Buch bietet einen wesentlichen Beitrag zur Literaturgeschichte und historischen Anthropologie der "verkehrtenWelt".

Michael Kuper, 1960 im Emsland geboren, studierte von 1982 bis 1989 Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Ethnologie an der FU Berlin. Er veröffentlichte diverse Bücher und Aufsätze zur Germanistik, Literaturgeschichte, Kultursemiotik und Ethnologie. Seit 1990 arbeitet er als Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin.


Inhalt:

Vorbemerkung
  1. Zur Topographie der verkehrten Welt
  2. Der kulturelle Inversionscode und seine Rolle als Grundlage jeglicher Karnevalisierung
  3. Die Communitas des verkehrten Welt-Schauspiels
  4. Die moraldidaktische Instrumentalisierung der Narrenmetapher in Sebastian Brants "Das Narrenschiff"
  5. Die paradoxen Metamorphosen der Weltmacht Narrheit im "Moriae Enkomium" des Erasmus
  6. Die Welt im Schmelztiegel der Transformation. Das karnevaleske Kompositionsverfahren in Rabelais "Gargantua und Pantagruel" Pentalogie
  7. Das karnevalisierte Gemeinwesen im "Lalebuch" als satirisch-gegenutopische Travestie ordnungsutopischer Weltentwürfe
  8. Markolf versus Salomon - oder - die Inversion als argumentations- und handlungsstrategisches Mittel der Selbstbehauptung
  9. Eulenspiegel und der Trickster als Handlungsträger einer durch Inversion inszenierten, gegenbildlichen Entgrenzung der Ordnungswelt
Schluß
Literaturverzeichnis



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